Was sind gute Jagdmesser?

Das Jagdmesser könnte man neben Büchse und Fernglas als das wichtigste Werkzeug eines Jägers bezeichnen. Wie in anderen Bereichen, wo ein Messer als Werkzeug dient, haben auch die Jagdmesser unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen. Beispielsweise gibt es hier das Ausnehmen und Häuten der Tiere oder das Abnicken.

Ein Jagdmesser stellt allerdings nicht nur ein begehrtes Objekt für Jäger dar, sondern erfreut sich auch unter Sammlern, Bergsteigern oder Survival-Begeisterten großer Beliebtheit. Es gibt hier Messer, die mit unterschiedlichen Formen der Klinge und des Griffes auch als Multifunktionswerkzeug eingesetzt werden können.

Jagdmesser kaufen – Worauf sollte man achten?

Bei dieser Frage hat vielleicht auch jeder Jäger, Sammler oder Messerschmied seine eigene Definition aber man kann trotzdem ein paar grundlegende Dinge festlegen, was die Qualität und Verarbeitung des Materials angeht. Bei der Formgebung gehen die Meinungen oftmals auseinander, je nach Anforderung. Denn es sollte ja auch ergonomisch in der Hand liegen um einen optimalen Gebrauch möglich zu machen.

Das Angebot an Jagdmessern ist riesig, auch bei Amazon lassen sich unzählige Werkzeuge dieser Art finden. Hier ein brauchbares zu finden ist nicht so leicht, genau wie auf anderen Verkaufs-Portalen. Im Fachgeschäft kann man sich natürlich vom Verkäufer beraten lassen, dieser hat aber auch ein klares Verkaufsinteresse. Einige Firmen gravieren lediglich „Stainless“ oder „rostfrei“ auf die Klingen, womit man folglich wenig anfangen kann. Im einem Fachgeschäft sollte da in jedem Fall genauer nachgefragt werden.

Die Qualität des Jagdmessers

Der sogenannte 440er Stahl gilt als ein besonders geeignetes Klingenmaterial für Jagdmesser. Diese Bezeichnung ist auch oft auf der Klinge zu finden. Dieser Stahl lässt sich in mehrere Gruppen einteilen.

Stähle die bei Jagdmessern eingesetzt werden
  • 440-A
  • 440-B
  • 440-C
  • 154CM
  • CPM-T-440-V
  • ATS-34
  • MOVA-58
  • VG10
  • Böhler 690/695
  • 420HC
  • Kohlenstoffstahl (Carbonstahl)

Zu den Spitzenstählen gehört hier z.B. der 440-C (Werkstoffnummer: 1.4125), der 154CM oder sein japanisches Gegenstück, der ATS 34. Diese Legierungen lassen sich auf bis zu 60 Rockwell härten. Das manuelle Nachschärfen mit einem passenden Messerschärfer ist hier noch gut möglich. Bei einer Härte von 58 Rockwell hat eine Klinge aber auch noch eine ausreichende Elastizität um einen unbeschränkten Einsatz zu erlauben.

Bei Klingen aus pulvermetallurgischem Material fallen deutlich höhere Kosten an, da bei der Fertigung hohe Herstellkosten anfallen.

Hier finden Sie die Eigenschaften der einzelnen Legierungsbestandteile eines guten Stahls.

Zur Qualität des Materials kann man zusätzlich auch die Qualität der Verarbeitung hinzufügen. Ein kleiner Spalt zwischen Klinge und Parierstange oder den Griffschalen, bietet Platz für Schmutz, der sich nur mühsam entfernen lässt. Hier sollte direkt beim Kauf aussortiert werden. Ein Jagdmesser, das sich in einem konstanten Einsatz befindet, sollte also sorgfältig ausgewählt werden. Bei Einsteigern oder wenn das Jagdmesser zu einem sehr niedrigen Preis angeboten wird, könnte man auch über solche Mängel hinwegsehen. Wichtig ist, dass die Schärfe der Klinge einen zufriedenstellt.

Die Formgebung eines Jagdmessers?

Zuerst sollte man sich überlegen, ob es ein Klappmesser oder ein Messer mit feststehender Klinge sein soll. Beide Messer bieten Vor- und Nachteile. Klappmesser sind durch die beweglichen Teile empfindlicher und auch anfälliger gegenüber Verschleiß. Für den täglichen Jagdeinsatz und dem damit verbundenen rauen Gebrauch, ist folglich ein feststehendes Jagdmesser dem Klappmesser vorzuziehen. Dieses eignet sich dennoch oftmals als zusätzliches Werkzeug und kann hier für feinere Arbeiten genutzt werden.

Beim feststehenden Messer ist eine Klingenlänge von 10 Zentimetern völlig ausreichend. Für das Abhäuten eignet sich ideal eine sogenannte „Semi-Skinner-Form“. Sie verfügen über eine stark gebogene Klingenspitze. Dieses Merkmal lässt sich auch bei Industriemessern beobachten, welche speziell für das Häuten der Tiere entwickelt wurden. Bei Multifunktionswerkzeugen für die Jagd, ist hier eine leicht abgeschwächte Ausführung der Spitze optimal. Diese ist dann weniger stark gebogen und in Kombination mit einer Drop-Point-Klinge eignet sie sich gut zum Aufbrechen.

Die optimale Griffform ist hier abhängig von der Größe der Hand. Von Rillen im Griff für die Finger ist eher abzuraten, da sich die Haltung des Jagdmessers bei verschiedenen Einsätzen auch mal ändern kann und diese dann eher störend wirken.

Zwei der besten Jagdmesser sind das Linder Super Edge 1 und das CDS-Survival Celtibero (Bild). Mehr Informationen findest du unter www.jagdmesser-tests.de.